Rückblick – amfori Network Connect Schweiz 2026

Rückblick – amfori Network Connect Schweiz 2026


Find it. – Fix it. – Report it. – Promote it.

Vom Anspruch zur Umsetzung: Lieferketten wirksam steuern
Das Network Connect 2026 stellte einen klaren Praxisfokus in den Mittelpunkt: Wie lassen sich Risiken entlang der Lieferkette nicht nur identifizieren, sondern systematisch adressieren und transparent berichten? Vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen bot das Treffen Orientierung, konkrete Lösungsansätze und Raum für Austausch.

Ziel: Den vollständigen Zyklus eines wirksamen Lieferkettenmanagements greifbar machen, von Risikoanalyse bis Reporting und Kommunikation.
Speaker: Mitglieder aus dem Netzwerk, amfori international & amfori Schweiz & das Netzwerk Committee

1. Welcome & Einleitung zum Tag und Neues aus dem Schweizer Netzwerk

Ein starkes Netzwerk als Treiber für Umsetzung
Zum Auftakt gaben die Vertreter des Schweizer Committees Einblicke in aktuelle Entwicklungen, Aktivitäten und die strategische Ausrichtung von amfori. Besonders im Fokus standen die Rolle der Mitglieder als aktive Mitgestalter sowie die enge Verzahnung zwischen globalen Initiativen und lokalen Bedürfnissen.

Ziel: Orientierung zu aktuellen Entwicklungen geben und die Bedeutung des Netzwerks für konkrete Umsetzung stärken.
Speaker: Pierre Strub (amfori I nachhaltig wirkt), Kevin Richmond (Coop), Marius Lang (Migros), Moderation: Maja Bürkli (bb trading)

2. Speeddating

Herausforderungen teilen – Lösungen gemeinsam entwickeln
Im geführten Speeddating tauschten sich die Teilnehmenden intensiv über konkrete Fragestellungen aus ihrem Arbeitsalltag aus. Der direkte Austausch auf Augenhöhe ermöglichte neue Perspektiven und zeigte, wie wertvoll kollektive Erfahrung für die Weiterentwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle ist.

Ziel: Peer-to-Peer Austausch fördern und konkrete Herausforderungen gemeinsam reflektieren.
Speaker: Moderation: Carola Dieners (SYNBELLE im Auftrag von nachhaltig wirkt)

3. amfori Prioritäten 2026

Vom Tool zur Wirkung: Integriertes Risikomanagement in der Praxis
Die globalen Prioritäten von amfori für 2026 zeigen eine klare Richtung: weniger neue Systeme, mehr Wirkung aus bestehenden Lösungen. Im Fokus stehen die Stabilisierung und Integration der IT-Plattformen sowie konkrete Weiterentwicklungen wie die Einführung des Social Risk Assessment, die Integration von Sektordaten im ESG Risk Compass und die Überarbeitung zentraler Systeme wie BSCI, BEPI und Speak for Change. Ziel ist ein durchgängiger Ansatz – von der Risikoidentifikation über die Priorisierung bis hin zur Umsetzung und zum Reporting. 

Ziel: Aufzeigen, wie Mitglieder mit einem integrierten, praxisnahen Ansatz Risiken effizient steuern, regulatorische Anforderungen erfüllen und gleichzeitig Mehrwert für ihr Unternehmen schaffen können.
Speaker: Helen Kaestner, Head of Operations (amfori international)

4. Experten-Workshop 1: Risiken erkennen und Aufwand fokussieren

Regent Beleuchtungskörper AG: Supply Chain Due Diligence pragmatisch umgesetzt
Harry Werder zeigte am Beispiel der REGENT Group, wie ein Unternehmen Lieferkettenrisiken strukturiert und wirtschaftlich sinnvoll priorisieren kann. Ausgangspunkt waren rund 2’400 Lieferanten, die über einen risikobasierten Ansatz bewertet wurden. Entscheidend waren dabei nicht nur Länder- und ESG-Risiken, sondern auch Hebelwirkung, Einkaufsvolumen und belastbare Nachweise. Besonders klar wurde: Selbstdeklarationen reichen nicht aus. Entscheidend ist überprüfbare Evidenz, beispielsweise durch Audits, Zertifikate oder dokumentierte Managementsysteme.

Ziel: Aufzeigen, wie Unternehmen ihre Due-Diligence-Prozesse so strukturieren können, dass sie regulatorische Anforderungen, Kundenanforderungen und internen Aufwand sinnvoll miteinander verbinden.
Speaker: Harry Werder, Nachhaltigkeit (Regent Beleuchtungskörper AG)

amfori: SRA Workshop – Social Risk Assessment gezielt nutzen
Der anschliessende SRA-Workshop zeigte, wie das amfori Social Risk Assessment Mitglieder dabei unterstützt, Risiken an Produktionsstandorten gezielter zu erkennen und Auditentscheidungen besser vorzubereiten. Im Fokus stand ein risikobasierter Ansatz entlang der Due-Diligence-Logik: Wide Scan, Deep Dive, Priorisierung und anschliessende Massnahmen. Die Teilnehmenden arbeiteten mit SRA-Ergebnissen, diskutierten mögliche Auditentscheidungen und reflektierten, wie SRA-Daten im Arbeitsalltag eingesetzt werden können.

Ziel: Verstehen, wie SRA-Daten helfen, Risiken nicht pauschal, sondern fokussiert, verhältnismässig und datenbasiert zu bewerten.
Speaker: Pierre Strub (amfori Schweiz I nachhaltig wirkt)

5. Experten-Workshop 2: Von Erkenntnissen zu kontinuierlicher Verbesserung

Paptex: Kontinuierliche Verbesserung als Geschäftslogik
Stefan Grabher und Lucia Fuentes zeigten am Beispiel von Paptex, dass kontinuierliche Verbesserung nicht nur ein Compliance-Thema ist, sondern auch wirtschaftlichen Mehrwert schafft. Im Zentrum standen verantwortungsvolle Beschaffung, faire Preisgestaltung, Lohn-Roadmaps, Beschwerdemechanismen und langfristige Lieferantenbeziehungen. Besonders stark war die Botschaft, dass es nicht um Perfektion geht, sondern um strukturierte, transparente und realistische Prozesse, die Vertrauen schaffen, Risiken reduzieren und Lieferketten resilienter machen.

Ziel: Aufzeigen, wie Unternehmen soziale Verantwortung, Lieferantenstabilität und wirtschaftliche Resilienz praktisch verbinden können.
Speaker: Stefan Grabher CEO, Lucia Fuentes (Paptex GmbH co & kg)

amfori: Continuous Improvement Modul: Von Findings zu Fixes
Jonathan Thorngreen stellte das neue Continuous Improvement Modul von amfori vor. Der Fokus lag darauf, Audit-Findings nicht nur zu dokumentieren, sondern systematisch in Verbesserungsmassnahmen zu übersetzen. Die Teilnehmenden erhielten Einblick in Root Cause Analysis, Corrective Action Plans, Preventive Action Plans und die evidenzbasierte Nachverfolgung von Fortschritten. Damit wird Continuous Improvement für Mitglieder und Businesspartner transparenter, vergleichbarer und besser steuerbar.

Ziel: Verstehen, wie Findings in konkrete Verbesserungen überführt, überwacht und für Reporting sowie Lieferantenentwicklung nutzbar gemacht werden können.
Speaker: Jonathan Thorngreen, Sustainability Expert (amfori international)

6. Fishbowl – Format „Promote it“

Den Abschluss des Tages bildete das Fishbowl-Format „Promote it“. Zum Auftakt griffen Helen, Maja, Harry und Stefan nochmals zentrale Themen rund um nachhaltige Lieferketten auf und diskutierten offen, welche Prioritäten amfori und die Unternehmen setzen sollten, um Lieferketten stärker im Markt sowie in der Kundenkommunikation zu verankern. Der interaktive Austausch sorgte für einen gelungenen Ausklang mit vielfältigen Perspektiven aus der Praxis.

Take-aways & Call to Action

  • Risiken gezielt priorisieren statt flächendeckend prüfen – Fokus schafft bessere Wirkung bei geringerem Aufwand.
  • Due Diligence muss integriert gedacht werden – von der Risikoanalyse bis zum Reporting und zur Kommunikation.
  • Daten und Tools gezielt nutzen (z.B. Social Risk Assessments, amfori Insights) – sie liefern die Grundlage für fundierte Entscheidungen
  • Kontinuierliche Verbesserung systematisch umsetzen – von Root Cause Analysis bis zur evidenzbasierten Nachverfolgung.
  • Nachhaltigkeit ist kein Zusatz, sondern stärkt Resilienz, Lieferantenbeziehungen und Geschäftserfolg

Die hohe Zufriedenheit der Teilnehmenden unterstreicht den Wert der regelmässigen Treffen und unserer Community.
Vielen Dank an unsere Mitglieder.
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